Enabling people to do good: Willkommen in München

Wer in diesen Tagen die Zeitungen aufschlägt, sieht es vor sich, Schwarz auf Weiss: “Willkommenskultur” ist die neue Popkultur. Zurecht. Denn täglich landen geflüchtete Menschen in München, deren persönliche Geschichten unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber alle eines eint: Sie brauchen unsere Unterstützung. Doch zwischen Wollen und Machen liegen, wie so oft, Welten. Willkommen in München soll diese Lücke schließen.

Die Welt der Flüchtlingshilfe ist komplex, wenn nicht chaotisch. In München engagieren sich weit über 100 Hilfsorganisationen für Schutz suchende Menschen. Von kleinen Vereinen mit wenigen Ehrenamtlichen bis zu großen Sozialunternehmen wie der Caritas tun alle, was sie können – wissen aber oft nicht, was die Anderen tun. Dem Gegenüber stehen Privatpersonen, Ärzte, Juristen, Vereine, Unternehmen oder Schulklassen, die Fragen: Wo können wir helfen? Wie können wir helfen? Damit aus Wollen Machen wird muss jeder Helfer genau dort landen, wo seine Hilfe gebraucht wird. Eine Vermittlungsbörse in der Flüchtlingshilfe – Parship ist dagegen ein Kinderspiel.

screen_willkommen-in-muenchen_1200Ein Team aus insgesamt sechs Unternehmern aus dem Impact Hub München hat sich auf gemeinsame Anfrage von 120 Hilfsorganisationen, der Caritas und des Sozialreferats der LH München dieser Mammutaufgabe gestellt. Das Ergebnis: Willkommen in München. Die Plattform ist zunächst eine zentrale Anlaufstelle für alle Münchner die ihre Hilfe anbieten möchten, aber nicht genau wissen, wo und wie. Deren Hilfs-Angebote werden von allen beteiligten Organisationen eingesehen und dort hingeleitet, wo sie am nötigsten sind. “Schon in den ersten 10 Tagen haben wir über 40 Ehrenamtliche vermittelt, und das obwohl wir ‘Willkommen in München’ noch gar nicht groß beworben haben.” (Thorsten Bühner, Digitalstratege)

Darüber hinaus bietet die Plattform ein Intranet, das die Organisationen vernetzt und ihnen gemeinsame Projektarbeit ermöglicht. Das wirklich bemerkenswerte an Willkommen in München ist nämlich, dass es alle zusammenbringt: Landeshauptstadt, NGOs, Unternehmen, Entrepreneure und hunderte von Ehrenamtlichen durch das F-Net der Caritas. Es ist gelebte Ko-Kreation von über 100 Interessensgruppen mit teilweise gegensätzlichen Strukturen und Auffassungen. Abgesehen von einer Anschubfinanzierung durch das SoNet München standen kaum finanzielle Mittel für das Projekt zur Verfügung. Eigentlich eine Aufgabe für Wahnsinnige. Aber die lassen sich ja zum Glück finden: “Ohne die Vernetzungswirkung des Hub und der Wertebasis seiner Community hätten wir das Projekt in dieser Größe und in der Umsetzungsgeschwindigkeit nicht wuppen können. Hier haben sich die Menschen mit hohem Commitment, sowie der passenden Leidenschaft und Professionalität gefunden um ‘Willkommen in München’ zu realisieren.” (Nikolaus Teixeira, Projektleiter).

“Willkommen in München” hat gewissermaßen der Willkommenskultur eine Organisationskultur verpasst. Damit ganz München helfen kann – so einfach und unkompliziert wie möglich.


“Enabling people to do good” ist die Mission mit der die Gründer des Impact Hub München, Joscha Lautner und Johann Schorr, angetreten sind. Der Impact Hub soll es Menschen ermöglichen, auf unternehmerische Art und Weise konstruktiv an den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft zu arbeiten – für letztlich ein besseres Zusammenleben aller. An der Verwirklichung dieser Mission misst sich die Wirkung des Impact Hub. In unserer Reihe mit dem selben Namen stellen wir deswegen gute Projekte und Unternehmungen vor, die im Hub entstanden sind und damit “enabling to do good” verwicklichen.

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